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Histamin-Intoleranz – was sagt die ayurvedische Medizin?

3 Kommentare

Eher durch Zufall kam ich im Januar zu einer Konsultation bei einem ayurvedischen Arzt in Indien. Ich war mit einem Kollegen verabredet, der so wie ich Mitglied einer therapeutischen Intervisionsgruppe ist. Ich bekam mit, dass er in Goa lebt und ich schrieb ihn an mit dem Vorschlag, dass wir uns treffen könnten.

So schön sind die Strände in Goa, Indien.

So schön sind die Strände in Goa, Indien.

Gesagt, getan – wir hatten ein Blind-Date am Strand.

„Ich trage ein grünes Kleid und trage kinnlages braunes Haar.“ Er erkannte mich gleich, wir redeten geraume Zeit – tauschten uns über alle möglichen Themen aus, die uns gemeinsam interessierten. Wir waren zum Lunch verabredet und ich sagte ihm, dass ich froh sei, hier in Indien alles essen zu können da üblicher Weise ohne Geschmacksverstärker gekocht würde. Er erfuhr von meiner Histamin-Intoleranz und schlug mir vor, Dr. Rohit aufzusuchen. Er gab mir eine Visitenkarte mit und riet mir, mich telefonisch anzumelden. Der Termin würde eine halbe Stunde dauern und vielleicht würde er mir Kräuter verschreiben. Weiteres würde er nicht anordnen. Auch wenn er feststellen würde, dass alles in Ordnung sei wisse ich wenigstens meinen Konstitutionstyp. Er selber fühlte meinen Puls und meinte: Das ist sicher Pitta-Kapha. Gehört hatte ich diese Begriffe bereits öfters – aber ich konnte bis dahin nichts damit anfangen.

Ein Termin in der Ayurclinic Goa

Ich vereinbarte telefonisch einen Termin in der ayurvedischen Klinik und ließ mich von einem Freund dort mit dem Roller absetzen. Ich verstand unter einer Klinik etwas anderes – in Deutschland sind die Kliniken einen kleinen Deut größer… ich stand vor einem kleinen Häuschen, das locker als Hexen-Häuschen durchgehen könnte. Es war liebevoll gepflegt und eingerichtet – es lud mich ein zum Eintreten. Drinnen wurde ich schon erwartet und in einen kleinen Untersuchungsraum geführt. Dort wartete ich kurz auf den Arzt. Dr. Rohit hatte eine ruhige Ausstrahlung – ein kleiner dunkelhäutiger Inder, dem ich sofort vertrauen konnte.

Die etwas andere Konsultation

Zunächst erklärte er mich den Zusammenhang zwischen den Elementen (Erde, Wasser, Feuer, Luft, Äther) und den Doshas (Kapha, Pita, Vata). Er schrieb alles auf einen Zettel. Dann nahm er mein Handgelenk und fühlte für eine Minute meinen Puls: Pitta-Kapha. Er meinte, dass sicher meine Verdauung nicht ganz in Ordnung sei, weil meine Verdauungsfeuer durch eine Energie-Blockade etwas schwach seien. Ich hätte zuviel Feuer meinte er. Aus diesem Grund verordnete er mir eine Diät, bei der ich Nahrungsmittel, die wiederum der Feuer-Energie zugeordnet werden. Diese sollte ich entweder meiden oder zumindest reduzieren. Außerdem solle ich 7-15 Stunden Sport in der Woche machen. Im Yoga vor allem Pranayama und Asanas, bei denen ich den Körper beuge und drehe. Dies alles würde die Blockade aufheben und mein schwaches Verdauungsfeuer wieder anfachen. Außerdem empfahl er mir, für 4 Wochen Kräuter einzunehmen – Triphala

Indisches Frühstück: Linsensuppe mit Naan

Indisches Frühstück: Linsensuppe mit Naan

Meine ayurvedische Diät

Zu trinken empfahl mir Dr. Rohit kühlende Kräuter-Tees wie Minze, Rose, Lavendel, Kreuzkümmel, Anis oder Koriander. Kokosnuss- oder Mandelöl soll ich sowohl zur Zubereitung meiner Nahrung verwenden und auch eine viertel Stunde vor dem Duschen auf die Haut auftragen und es dann wieder abduschen. Auf keinen Fall soll ich zu mir nehmen: rohe Tomaten, Zwiebeln, Knoblauch, Kohl, keine Cashwe-Nüsse, keine Erdnüsse, weder Bier noch sonst starken Alkohol, keine starken Gewürze, nicht zu viele Zitrusfrüchte, reduzieren soll ich den Konsum von rotem Fleisch (zum Glück bin ich Vegetarierin) und hartgekochten Eiern, Rote Beete, Gurke, Avocado, Banane, Yoghurt, Kaffee und Schwarztee.

Und was ist die Auswirkung der Verordnung?

Bereits mehr als 6 Wochen danach kann ich sagen, dass ich das Sportprogramm nicht immer so strikt einhalten kann. Ich springe fleißig auf meinem Bellicon, aber täglich schaffe ich es nicht. Ich mache regelmäßig meine Yoga-Übungen – aber täglich schaffe ich es nicht. Was ich schaffe ist, dass ich täglich auf dem Trampolin schwinge oder Yoga mache. Und es scheint Wirkung zu zeigen. Ich hatte seither außerdem keine kalten Füße mehr – die gestaute Hitze verteilt sich dermaßen im Körper, dass ich oft so sehr schwitze wie ich es gar nicht für möglich gehalten hätte. Meine Rückenschmerzen im unteren Rücken haben sich gelöst und die Verdauung ist noch stabiler geworden als sie vorher schon war. Einige der Nahrungsmittel, die ich meiden soll hatte ich sowieso schon als nicht so verträglich aus meinem Speisezettel gestrichen – mit dem Nahrungsplan ist mein Essen noch verträglicher geworden.

Das ist die Pranayama-Übung, die mir Dr. Rohit verordnet hat. Ich soll davon 5 Mal 30 Runden jeweils morgens praktizieren. Auf keinen Fall solle ich diese mittags oder abends ausführen, da sie dann eine andere Wirkung hätten. Aus diesem Grund mache ich meine Yoga-Übungen nur dann, wenn ich am Vormittag auch Zeit dazu habe. Da ich Hormonyoga mache habe ich mich entschieden, diese Atemübung nicht extra mit einzubinden. Beim Hormon-Yoga praktiziert man ja die Asanas sowieso mit Pranayama.

Mein Fazit zum Ayurveda für Sie

Wer also die Gelegenheit hat, dem empfehle ich auf jeden Fall eine Konsultation beim ayurvedischen Arzt. Dr. Rohit kommt offenbar auch immer wieder nach Europa. Die Ayurclinic Goa hat zwei Standpunkte – zum einen in Mandrem Beach, zum anderen in Baga. Wer nicht die Gelegenheit hat, zu ihm nach Indien zu reisen, der kann ihn ja anschreiben und anfragen wann bzw. wo man ihn in Europa treffen kann. Vielleicht gibt es ja auch einen ayurvedischen Arzt in Ihrer Nähe? Was sind Ihre Erfahrungen mit dem Ayurveda?

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Bilder: Shivani Allgaier

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Autor: Shivani Vogt

Psychologist and Hypnotherapist. Love to blog. Ich bin Diplompsychologin und um meine Arbeit in meiner Privatpraxis für Klinische Hypnose und Kurzzeittherapie transparent zu machen blogge ich. Das macht mir sehr viel Spaß. Außerdem blogge ich über meine Erfahrungen mit Histamin-Intoleranz und hoffe, dass diese möglichst vielen Betroffenen helfen immer weniger Symptome zu haben. In einem privaten Blog schreibe ich dann und wann Erfahrungen, die ich berührend finde.

3 Kommentare zu “Histamin-Intoleranz – was sagt die ayurvedische Medizin?

  1. Hallo Shivani,
    mal hier, mal in der Facebookgruppe – ich stolpere immer wieder über dich. 😉

    Saaag einmal, ich bin gestern über das Triphala-Pulver gestolpert & suche nun Infos zur Verträglichkeit bei Histaminintoleranz. Hast du es denn nun genommen & wenn, wie ist es dir bekommen? 🙂

    … oder habe ich das schlicht überlesen? o_O

    LG,
    chaoskoeppsche

    • Liebe chaoskoeppsche,
      ja das Triphala habe ich genommen – jedoch habe ich darauf mit innerer Hitze reagiert und setzte es erstmal ab.
      Seither steht es in meiner Küche und ich traue mich nicht mehr so richtig dran.
      Erstmal habe ich L-Glutamin vom Heilpraktiker, was die Darmwände schließt (Leaky Gutt)- das tut mir richtig gut, da bleibe
      ich erstmal dran.
      Viele Grüße

      • Na dann bin ich mal gespannt, innere Hitze kenne ich dann & wann auch.

        Ich war ZU neugierig und habe gestern Kapseln bestellt, auch, da mir aufging, dass einige der beschriebenen Wirkungen auf eine Histaminsenkung bzw. Hemmung der Ausschüttung hindeuten. 🙂

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