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Heilung von innen bei Histamin-Intoleranz

6 Kommentare

Bevor Du das liest bitte ich Dich, weislich zu überlegen, ob die Inhalte hier für Dich geeignet sind. Ich schreibe in diesem Artikel sehr persönliche Dinge. Wenn Du einfach neugierig bist und etwas über mich erfahren magst, dann lies nur weiter wenn Du verschwiegen sein kannst und verantwortungsvoll damit umgehen magst. Wenn Du das nicht tust, soll Dich der Blitz beim Scheißen treffen (Verzeihung, das musste sein). Falls Du ein hochsensibles Nervensystem hast könnte es sein, dass Dich die Inhalte aufregen – unruhig machen. Wenn das der Fall ist, dann lies bitte nur weiter, wenn Du Dich genügend selbst beruhigen kannst.

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Veränderungen geschehen schrittweise und hinterlassen Spuren im Gehirn

Transformation in vollem Gang

Im Halbschlaf spüre ich einen wohl bekannten Schmerz. Das Herz scheint mir zu bersten und diese Empfindung zieh die Schultern und die Arme entlang. Der gesamte Torso brennt vor Schmerz, auch hier windet er sich entlang der Gliedmaßen bis hinunter in die Füße. „So alleine, so allein.“, purzeln die Worte in den Kopf. Verstehen ist da, ich schlafe weiter. Immer wieder spüre ich diese Empfindung während der gesamten Nacht im Halbschlaf, schließlich werde ich damit wach – dankbar, dass sich das jetzt alles löst.

Endlich kann sich die emotionale Belastung aus dem Körper lösen

So lange schon war sie im Körper – genauer im Nervensystem – festgehalten. Was ich in der Nacht spüre ist alt – sehr alt. Als Säugling habe ich massive Ungeborgenheits-Situationen erlebt. Meine Mutter wurde von meiner Großmutter regelrecht bekämpft – diese war vollkommen alleine damit. Ihr Nervensystem war im Kriegs-Zustand – und konnte sich deshalb nicht empathisch auf mich einlassen. Die Folge für mich war fatal – das Nervensystem erlebte viel zu wenig Beruhigung und war mit den aggressiven Gefühlen, die ihm aus der Familien-Interaktion entgegenschlugen vollkommen überfordert. Die Folge: mein Nervensystem befand sich praktisch ständig im Ausnahmezustand, in der Schock-Starre. Deshalb war ich so ein liebes Kind, wie mir immer erzählt wird – ich war ständig auf mich alleine gestellt – obwohl die gesamte Familie um mich war. Deshalb war ich sozial so gehemmt – ich fühlte mich in Sozialverbänden einfach unsicher. Deshalb war ich so schüchtern – ich war einfach ständig in der Schockstarre, die sich seit dieser Zeit erst jetzt auflösen kann. Mein familiäres Umfeld war in meiner Kindheit so sehr mit sich beschäftigt, dass sie mich mit ihren Interaktionen mehr belasteten als sie für mich da sein konnten.

Heute entspannt sich alles immer mehr.

Ich erlebe Vertrauen und Sicherheit – das was ein Nervensystem braucht, um aus dem Flucht-Kampf-Modus auszusteigen. Dafür bin ich sehr dankbar. Wenn ich mich an meinen Mann ankuschle, lösen sich oft noch alte Gefühle – der Ekel vor dem Körperkontakt mit meiner Mutter – ich spürte ihre Verzweiflung und dass mir diese absolut nicht gut tat – es war zuviel für mein damaliges kleines Nervensystem. Ich war dem Gefühl ausgeliefert und hatte keine andere Chance, als mich vom Körper abzuspalten. Mein Körper hatte Kraft – aber keinen Zugang dazu. Mein Körper war in eine Schutz-Haltung geraten und ich hatte bis vor einigen Wochen keine Ahnung darüber. Mein gesundheitlicher Zustand machte darauf aufmerksam. Und endlich verstehe ich, was es bedeutet, verstehe ich, was mein Körper mir mit den Unverträglichkeiten sagte. Das gute ist: Ich kann mittlerweile durch mein Verhalten Einfluß nehmen darauf wie es mir geht – und es geht mir von Tag zu Tag immer besser und besser. Vieles Altes löst sich – und ich bin dankbar darüber. Die Verdauung wird immer besser – und die letzte Migräne-Attacke erlebte ich vor drei Monaten.

Und wie kommt diese Veränderung?

Manchmal habe ich Scheu, hier darüber zu schreiben, weil es ja auch Neugierige Menschen gibt, die mein Innerstes genau genommen nichts angeht. Mir ist aber wichtig, dass andere Betroffene von meinen Erfahrungen profitieren können. Was hat mir geholfen? Das habe ich hier schon oft geschrieben: Genau in dieser beschriebenen Abspaltung befand ich mich bis vor einigen Monaten – und genau dieser Zustand führte zu meinen Verdauungs-Problemen und auch zu den ständigen Migräne-Attacken. Was mir nach wie vor hilft sind Sitzungen in BodyTalkSystem. Durch die Sitzungen geht die Dissoziation zurück, geht die Abspaltung zurück – ich komme mehr und mehr im Körper an. Ich habe mehr Selbstvertrauen, mehr Kraft, bin gesünder, die Intuition wird stärker, ich lebe eine glückliche Beziehung und meine Wahrnehmung wird immer klarer.

Anmerkungen zu den Buchtipps:
Worunter ich leide ist ein Entwicklungstrauma. Wenn es Dich interessiert, lies mehr was Laurence Heller und Aline LaPierre dazu schreiben. Wenn Dein Nervensystem eher unruhig ist, kann Dir das Selbsthilfe-Buch von P. Levine weiterhelfen, Dich zu beruhigen. Wenn Dich das Thema Trauma näher interessiert, ist das Buch über Trauma von P. Levine ein wahrer Leckerbissen – auch als Hörbuch zu empfehlen.

Bücher dazu bei Amazon:

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Bild: Shivani Vogt, geb. Allgaier (cc)

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Autor: Shivani Vogt

Psychologist and Hypnotherapist. Love to blog. Ich bin Diplompsychologin und um meine Arbeit in meiner Privatpraxis für Klinische Hypnose und Kurzzeittherapie transparent zu machen blogge ich. Das macht mir sehr viel Spaß. Außerdem blogge ich über meine Erfahrungen mit Histamin-Intoleranz und hoffe, dass diese möglichst vielen Betroffenen helfen immer weniger Symptome zu haben. In einem privaten Blog schreibe ich dann und wann Erfahrungen aus meinem privaten Leben.

6 Kommentare zu “Heilung von innen bei Histamin-Intoleranz

  1. Teilweise beschreibst du meine Kindheit – unfassbar. Und ich habe CFS und nen Haufen an Intoleranzen.

    • …anzumerken noch: Leider hatte ich noch keinen durchschlagenden Erfolg mit Traumatherapie. BodyTalk gibts hier in der Nähe nicht. Das Buch von Levine habe ich zu hause, aber noch keine Übungen gemacht. Mache derzeit eine neue Technik genannt Havening, ist auch eine Traumatherapie. Muss noch mit der HPU zurechtkommen, mein Zinkspiegel will einfach nicht ansteigen.

      • Von Havening habe ich noch nie etwas gehört, habe es eben gegoogelt und kurz überflogen – die Amygdala könnte etwas damit zu tun haben, denn sie ist ja beim Kampf-Flucht-Verhalten involviert – ich würde mich aber niemlals nur darauf alleine reduzieren. Vielleicht magst ja mal einen Gast-Artikel darüber schreiben? Würde mich freuen…

    • Danke für die Rückmeldung, dann wünsche ich Dir gute Besserung – mir geht es schon wieder etwas besser, jetzt reagiere ich nicht mehr auf Kaffee – das ist toll.

  2. Ganz lieben Dank für Deine Offenheit, Shivani.
    Ich hatte beim lesen gerade ein „Aha-Erlebnis“, habe mich auch sehr in dem erkannt was Du schreibst. Auch ich leide unter Migräne, LM-Intoleranzen, „CFS“ (das sagt alles und nichts) und Autoimmunerkrankungen.
    Das ist hochinteressant und meines Erachtens viel wertvoller als reine Psychotherapie. Natürlich hat alles irgendwie mit „der Psyche“ zu tun. Aber mir bringt es sehr viel mehr, wenn ich die Zusammenhänge zwischen Psyche/Geist und Körper auch erkennen und verstehen kann, wie also solche traumatischen Erlebnisse im Körper (fort)wirken und die Grundlage bilden für (spätere) Probleme, die nicht durch Pillen zu behandeln sind.

    Das Thema Amygdala ist auch sehr spannend, darauf stieß ich vor Jahren durch das Amygdala Retraining von Ashok Gupta. Ich glaube an seine Theorie, dass eine chronisch übererregte Amygdala pausenlos den Körper in Alarmzustände versetzt und unter Dauerfeuer mit Stresshormonen ballern lässt, weil sie eigentlich nichtige Anlässe als Gefahrensituation bewertet.

    Werde auf jeden Fall tiefer in das Thema einsteigen, scheint mir verfolgenswert. 🙂

    Alles Gute weiterhin,
    Agnes

    • Bitteschön, Agnes und vielen Dank für Deinen Kommentar. Der Tipp mit dem Amygdala-Retraining hört sich ja vielversprechend an. Ich habe mich bei Herrn Gupta auf der Seite umgeschaut – es ist genau das was mich auch weitergebracht hat. Nur war für mich die theoretische Grundlage die Polyvagaltherorie von Steven Porges (auf der auch das Konzept von Laurence Heller „Entwicklungstrauma heilen“ aufbaut). Ich bin gerade dabei, ein eigenes Programm zu entwickeln.

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