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Dumpingsyndrom – Ursache für Symptome auch bei HI?

Über meine Beobachtung zur Ähnlichkeit der Symptome von Patienten, die eine Teilresektion des Magens bekommen und meinen eigenen Symptomen der HI habe ich hier bereits geschrieben. Jetzt mag ich dieses Thema etwas genauer beleuchten.

Lieber kleine Portionen essen...

Lieber kleine Portionen essen…

Was ist ein Dumping-Syndrom?

Beim Dumping wird unterschieden in Frühdumping und in Spätdumping. Das englische Wort „to dump“ bedeutet hier „ausschütten“, „ausleeren“, „plumpsen“, denn es geht darum, dass sich der Inhalt des Magens nicht wie üblich in kleinen Portionen, sondern verfrüht und in einer großen Menge in Richtung Dünndarm entleert. Diese unvollständige Verdauungs-Tätigkeit kann nun im Dünndarm erhebliche Probleme bereiten und diese treten entweder gleich oder bis zu einigen Stunden nach der Nahrungsaufnahme auf.

Frühdumping und seine Symptome

Falls Sie gleich nach der Nahrungsaufnahme unter Symptomen leiden erleben Sie das Frühdumping-Syndrom. Der Nahrungsbrei gelangt ohne genügende Verdauung in den Dünndarm. Die Darmwand dehnt sich untypisch aus und sie erfährt einen ungewöhnlichen Flüssigkeitseinstrom. Die Folge reicht von Blutdruckabfall bis hin zum vollständigen Kollaps, Schwankungen des Blutzuckers, Übelkeit, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Milchzuckerunverträglichkeit, Herzrasen, Blässe und Schweißausbrüche.

Spätdumping und seine Symptome

Aufgrund der mangelnden Vorverdauung treten Kohlehydrate in den Dünndarm und lassen den Blutzuckerspiegel schnell ansteigen. Die Bauchspeicheldrüse schüttet viel Insulin aus. Sind die Kohlenhydrate verdaut ist immer noch Insulin übrig und es kommt zur Unterzuckerung. Einige Stunden nach der Nahrungsaufnahme kommt es dann zu den typischen Symptomen Schwindelgefühl, Zittern, Herzklopfen und vor allem Heißhungerattacken.

Was hat das Dumping nun mit Histamin-Intoleranz zu tun?

Brot mit Flohsamen und wenig Kohlehydraten.

Brot mit Flohsamen und wenig Kohlehydraten.

Das Dumping ist mir bekannt aus meiner Arbeit, bei der ich Patienten betreue, die eine Magenresektion oder Magenteilresektion erhalten haben. Es tritt sicherlich nicht in allen Fällen einer HI auf. Sind jedoch Ihre Organe – vor allem der Magen – schwach und können diese Ihre Nahrung nicht vollständig verdauen, ist es sehr wahrscheinlich, dass ein Teil Ihrer Symptome durch ein Früh- oder Spätdumping verursacht wird.
Die Heißhungerattacken wie sie beim Spätdumping typisch sind kenne ich selber auch. Diese führten bei mir oft dazu, dass ich dann wieder Nahrungsmittel in mich hineinstopfte, die ich gar nicht vertragen konnte. Das führte natürlich dann wiederum zu Symptomen der HI. Symptomfrei zu sein bei einer HI ist gar nicht so einfach… entlastend war für mich zu kapieren, dass viele Symptome gar nicht von Nahrungsmitteln ausgelöst werden, sondern dadurch dass mein Körper nicht genügend Verdauungskraft besitzt.

Und was hilft gegen das Dumping-Syndrom?

Die Therapie des Dumping ist denkbar einfach. Sie passen sich einfach an die Verdauungskraft Ihrer Organe an. Wichtig ist als erstes, dass Sie gründlich kauen und bewußt essen. Als nächstes ist darauf zu achten, dass Sie während des Essens nicht zusätzlich den Magen noch mit Flüssigkeit füllen. Sie trinken deswegen bis spätestens eine halbe Stunde vor dem Essen und danach erst wieder nach einer Stunde. Ebenso reduzieren Sie die Menge dessen was Sie essen. Sie essen kleinere Mahlzeiten und essen dafür lieber häufiger. Falls Ihnen dies möglich ist, legen Sie sich nach dem Essen hin – das verlangsamt die Darmpassage.

Aus diesen Verhaltensregeln besteht Ihre Therapie:

  • kauen Sie Ihr Essen gut
  • trinken Sie nicht zu den Mahlzeiten
  • kleinere und häufigere Mahlzeiten
  • legen Sie sich nach dem Essen hin (falls möglich)

Sie können außerdem Ihre Ernährung etwas verändern, um diese ebenso an die kleinere Verdauungskraft Ihrer Organe anzupassen. Begrenzen Sie die Menge an zuckerhaltigen, kohlenhydratreichen Nahrungsmitteln. Essen Sie stattdessen eiweißreicher. Erhöhen Sie den Faseranteil Ihrer Nahrung. Flohsamen, Guarkernmehl und Pektin können die Aufnahme von Kohlenhydraten im Dünndarm verzögern. Pektin ist in vielen Früchten wie Pfirsichen, Äpfeln und Pflaumen enthalten. Durch Nahrungsergänzungsmittel können Sie kompensieren, dass der Körper durch die schnelle Passage des Nahrungsbreis gar nicht alle Mineralien und Vitamine aus der Nahrung aufnehmen kann. Oft kommt es zu einer Milchzuckerunverträglichkeit. Ich selber war zum Beispiel irritiert, dass der Laktose-Intoleranz-Test negativ war – ich jedoch heftige Symptome auf Milchprodukte entwickelte.

Umsetzung im Alltag ist ganz einfach

Um sicher zu gehen, dass es sich bei Ihnen auch wirklich um das Dumping-Syndrom handelt, besprechen Sie Ihre Vermutung mit Ihrem Arzt. Dieser wird den Blutzuckerspiegel bestimmen, um so sicher ein Dumping-Syndrom zu bestätigen oder auszuschließen.
Sie haben darüber hinaus  nichts zu verlieren wenn Sie die oben beschriebenen vier  kleinen Regeln befolgen. Es kostet Sie nichts – außer einem kleinen Experiment. Falls bei Ihnen die Verdauungskraft niedrig sein sollte, dürfte diese kleine Umstellung zu einer sehr großen Erleichterung führen. Freilich bin ich mir bewußt, dass nicht jeder, der an einer HI leidet, auch die Symptome des Dumpings zu spüren bekommt. Das kleine Experiment sollte sich doch auf jeden Fall lohnen – oder?

Was ist Ihre Erfahrung? Treffen bei Ihnen auch die Symptome des Dumping-Syndroms zu? Was hat sich bei Ihnen verändert wenn Sie die Regeln befolgen?

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Wichtig:

Sämtliche Aussagen in diesem Artikel haben lediglich Informations- bzw. Aufklärungscharakter und dienen nicht als Ersatz für eine ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung. Bitte sehen Sie von Selbstdiagnose und Selbstbehandlung ab. Die Informationen auf dieser Seite sind keine Heilsversprechen bzw. Heilausagen im rechtlichen Sinne sondern sollen Ihnen als Grundlage dienen, mit Ihrem Arzt oder Heilpraktiker darüber zu sprechen.

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Bilder: Shivani Allgaier