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Mysore Masala Dosa – Rezept

Als ich in Indien war genoß ich die Dosas. „Endlich mal was anderes als immer Reis und Linsen.“ – so dachte ich zumindest. Ich liebe es, das chross gebackene Dosa in verschiedene Soßen zu tauchen. Grundsätzlich kann ein Dosa mit allem Möglichen gefüllt werden – traditionell wird ein Kartoffel Masala in den gebackenen Fladen eingewickelt.

Dosa gefüllt mit Aloo und einer Chili-Paste

Dosa gefüllt mit Aloo Masala und einer Chili-Paste

Schon als ich die Dosas in Indien zum ersten Mal entdeckte – das war im Frühjahr 2004 – fragte ich eine Freundin nach dem Rezept dafür. Ich sah sie als eine Expertin für Indien und die indische Küche an. Zumindest hatte Sie damals bereits einige Wochen, Monate – oder gar Leben in indischen Ashrams verbracht. Wörter wie „Dhal“ oder „Asafoetida“ waren für sie keine Fremdwörter, sondern standen sogar in ihrem Küchenschrank. Das einzige was ich erfuhr war, dass es wohl viel zu kompliziert sei, um es selber in der Küche zu zaubern. Und diesen Worten glaubte ich bisher.

Mittlerweile ist es 10 Jahre her seit ich meinen Guru getroffen habe. Seine Worte begleiten mich auch tagsüber im Alltag. So auch vor einigen Wochen, wo ich plötzlich während einer ziemlich stressigen Situation einen Vergleich von ihm im Kopf hatte. Das Gedanken-Wirrwar, das einen verfolgen kann hatte er mit Masala-Dosa verglichen. Ich kann nicht einmal mehr sagen, ob es im Einnssein war oder in seinem ersten Buch Erwachen in Freiheit, wo ich das gelesen hatte. Was ich aber sagen kann ist, dass mich dadurch das Masala Dosa nicht mehr losgelassen hat. Mir lief buchstäblich das Wasser im Mund zusammen. Durch meine Histamin-Intoleranz hatte ich sowieso die indische Küche lieben gelernt. Wer ständig gezwungen ist, frisch zu kochen ist dankbar über Rezepte ohne Fertignahrung. Was könnte da leckerer sein als die feinen Gewürze, die im Ayurveda verwendet werden?

Ich stöberte im Internet nach dem Rezept und fand auch ein Video dazu bei youtube. Alles in englischer Sprache freilich – musste alles erstmal übersetzen. Die Zutaten hatte ich auch fast alle vorrätig – bis auf den vorgekochten gequetschten Reis. Dass es den überhaupt gibt hatte ich noch nie gehört. Und weiter ging es – das Dosa-Fieber hatte mich erwischt. Schließlich weiß ich wo Frau Produkte aus Indien einkauft – ich liebe den Indian Store in Tübingen, wo es täglich ein leckeres vegetarisches Gericht und viele indische Produkte im Angebot gibt.Langer Rede, kurzer Sinn: Es gab Dosas.

Fazit: Zwei Tage Vorbereitungszeit, nicht kompliziert aber zeitaufwändig, Lecker-Faktor, schmeckt wie in Indien!

Hier ist das leckere Rezept, bzw. die leckeren Rezepte:

Teig für die Dosas

Vorbereitung: 2 x 8-10 min (jeweils 4-5 Stunden dazwischen Wartezeit), Zubereitung: 15 – 20 min, 4 Portionen

1 1/2 Tassen Reis
1/2 Tassen Urad Dal
1/4 Tasse Kichererbsen (Chana Dal)
1/4 Tasse Reisflocken (Poha)
1 TL Bockshornkleesamen (Methi, Fenugreek seeds)
Salz nach Geschmack

Zubereitung:

Weichen Sie den Reis, die Hülsenfrüchte und die Bockshornkleesamen für einige Stunden (am besten über Nacht)  in Wasser ein. Am nächsten Morgen bzw. eine halbe Stunde bevor Sie den Teig herstellen möchten, weichen Sie auch die Reisflocken für eine halbe Stunde in Wasser ein. 
Schütten Sie das Einweichwasser ab, aber behalten Sie es zurück, falls der Teig noch etwas Flüssigkeit benötigt. Mixen Sie zusammen mit etwas Einweichwasser alles gut zu einem sämigen Teig im Mixer. Der Teig sollte noch etwas zähflüssig sein – ja nicht zu dünnflüssig. Es ist immer noch möglich Wasser zuzufügen, deswegen lieber mit zuwenig als mit zuviel Wasser beginnen. Das überschüssige Wasser kann weggegeben werden.
Diesen Teig lassen Sie nun für 4-6 Stunden zum Fermentieren stehen. Diese Zeit kann bis auf 8 Stunden ausgedehnt werden – aber ja nicht länger da er sonst überfermentiert.  Falls die Temperatur in der Küche nicht warm genug ist, schalten Sie den Backofen kurz an, lassen ihn etwas aufwärmen (nicht über 40°C) und stellen den abgedeckten Teig in den warmen Backofen. In Indien wird der Dosa-Teig nun auf einer glatten Metallplatte herausgebacken. Falls Sie so eine besitzen können Sie diese benutzen. Ansonsten geht auch eine normale westliche Pfanne.
Erhitzen Sie die Pfanne sobald der Teig fertig ist. Mit einem nassen Küchentuch können Sie die Pfanne abkühlen, damit sie nicht zu heiß für den Teig ist – der Teig läßt sich so leichter in der Pfanne ausstreichen.
Mit einer Schöpfkelle geben Sie den Teig in die Pfanne und streichen ihn dann gleich mit der Unterseite in der Pfanne zu einem dünnen Fladen. Die Bewegung beginne in der Mitte und geht in Kreisbewegungen nach außen. Kleine Löcher im Teig sind nicht weiter tragisch. Tröpfeln Sie dann am Rand einige Tropfen Öl. Schwenken Sie die Pfanne etwas, um das Öl auf dem gesamten Dosa zu verteilen. Sobald Sie sehen, dass die obere Seite beginnt gebacken auszusehen können Sie rotes Chutney auf dem Rosa verteilen. Geben Sie einen großen Klecks Aloo Masala (Kartoffel-Masala) darauf und rollen den Dosa ein. Servieren Sie  sofort mit Sambar.
Aloo Masala
Zutaten:
4 Kartoffeln (mittler Größe)
1-2 Zwiebeln dünn geschnitten
12 kleine grüne Chilis (ganz)
4 TL Kurkuma (frisch oder als Pulver)
Salz nach Geschmack
1/4 TL Senf 1 TL Grad Dal (schwarz)
1 1/4 TL Chana Dal (gelb, halbe)
10 Curry-Blätter
2 TL Korianderblätter
1 TL Ghee
2 TL Öl
Zubereitung:
Die Kartoffeln in zwei Teile schneiden und mitsamt der Schale gar kochen. Schälen Sie die Kartoffeln und zerquetschen sie grob mit den Händen. Stellen sie diese zur Seite. Erhitzen Sie Öl im Topf und fügen die Senfsamen dazu. Wenn die Senfsamen beginnen zu springen geben Sie das Urad Dal und die Kichererbsen dazu. Kochen Sie alles eine Minute lang und fügen dann die Zwiebeln, die Curryblätter, die grünen Chilies und das Kurkuma dazu. Kochen Sie das Ganze für ca. 10 Minuten. Salzen Sie nach Geschmack, fügen nochmal 1/2 Tasse Wasser zu und rühren gut um. Fügen Sie dann die zerdrückte Kartoffeln, die Korianderblätter und das Ghee zu und rühren erneut alles gut durch. Guten Appetit!
Minz Chutney
Zutaten:
1 Tasse Minzblättter
1 Tasse Korianderblätter
1/2 Tasse grüne Chilies
1/4 Tasse frischer Knoblauch oder 4 Knoblauchzehen
1 Stück Ingwer (4 cm)
Salz nach Geschmack
2 TL Olivenöl
1 TL Limetten- oder Zitronensaft
etwas Zucker nach Geschmack

Zubereitung:

Alle Zutaten in den Mixer geben und fein zerkleinern, es sollte eine cremige Konsistenz ergeben.  Hält bis zu einer Woche I’m Kühlschrank. Kann zu Mahlzeiten oder Snacks serviert werden.
Mysore Masala Dosa Chutney

Zutaten:

10 trockene rote Chilis (oder nach Geschmack)
4-5 Knoblauchzehen
2 cm Ingwer
1 TL Kurkumapulver (oder 1 frische Wurzel)
1/4 Tasse geröstete, halbe Kichererbsen
Salz nach Geschmack
1 TL Zitronensaft

Zubereitung:

Die getrockneten Chilies ca. 4 Stunden in warmem Wasser einweichen. Zusammen mit allen anderen Zutaten zu einer dicken Paste zerkleinern im Mixer – immer wieder etwas Wasser hinzugeben. In eine kleine Schüssel geben und Zitronensaft draufgeben. Im Kühlschrank aufbewahren.

Kokosnuss Chutney

Zutaten:

1/2 Tasse frische Kokosnuss
1 frische grüne Chili (zerkleinert)
2 TL Koriander oder Korianderblätter (gehackt)
2 Knoblauchzehen
3 cm Ingwer
3/4 Tasse Joghurt
Salz nach Geschmack

Tadka

2 Chili Schoten ganz, getrocknet
1 TL Öl
1/4 TL Senfsamen
Einige Curry-Blätter

Zubereitung:

Alle Zutaten für die Tadka grob im Mixer zerkleinern und beiseite stellen.

Das Öl in der Pfanne erhitzen und die ganzen Chilies zufügen, etwas schmoren bis die Farbe sich ändert. Senfsamen zufügen und erhitzen bis sie springen. Vorsichtig die Corryblätter zufügen. Die Tadka über das Chutney geben.

Tipps
  • Reisflocken können auch mit rohem Reis ersetzt werden.
  • Wer keinen Knoblauch mag läßt ihn einfach weg.
  • Das rote Chili ist mittelscharf. Wer es milder mag reduziert die Anzahl der Chilies.
  • Die Farbe des roten Chutneys hängt von der Farbe der Chilies ab.  Für ganz dunkles Rot verwenden die Inder Chili aus Kashmir.
  • Übriger Teig kann gut im Kühlschrank aufbewahrt werden.

Das Rezept ist eine Übersetzung aus dem Englischen von Indienrecipevideo.com

Wer gerne nach Video kocht, der findet hier eine Anleitung in englischer Sprache:

Viel Spaß beim Nachkochen und ich freue mich sehr über Feedback!

Wer Lust hat nach Indien zu fahren, ich kann die Retreats mit meinem geliebten Guruji Madhukar nur empfehlen. Hier gibt es Termine. Ach und noch was: In Indien wird natürlich ohne Besteck gegessen – mit den Fingern. Man sagt, dadurch würde auch 500 x mehr Prana aufgenommen als wenn mit dem Besteck gegessen wird. Guten Appetit und viel Spaß beim Essen!

Hier gibt es die Zutaten für die Dosas auch online:

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Fotos: Shivani Allgaier