Energie und Kraft im Leben

Wissen über Nahrung und mehr…


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Das Geheimnis körperlicher Gesundheit – oder wie Du Herz und Hirn elastisch hälst.

Ich bekomme viele Newsletter, manche abonniere ich – bestelle sie wieder ab. Auf einen freue ich mich jedes Mal wenn er hereinschneit: den Newsletter vom Auditorium Verlag. Hier bloggt der Chef selbst. Bernd Ulrich schreibt authentisch und transparent. Er bloggt Erfreuliches genauso wie Unerfreuliches. Als durch eine Intrige die Existenz seiner Firma auf dem Spiel stand hat ihm seine Offenheit das Überleben seines Verlages gerettet. Er hat sich auf audio-visuelle Medien aus dem psychologisch-pädagogischen Bildungsbereich spezialisiert.

Dieses Wissen hilft mir maßgeblich, gesund zu werden und zu bleiben!

In meinem Praxisblog hatte ich bereits (in Absprache mit ihm) einen Newsletter von ihm veröffentlich, in dem es um Trauma ging. Den neuesten  möchte ich gerne hier zugänglich machen. Warum? Weil ich genau dieses Wissen mittlerweile nütze, um auch meine Klienten und Patienten zu unterstützen. Und es hilft mir täglich, immer gesünder zu werden – und es auch zu bleiben. Die folgenden Zeilen stammen erneut aus der Feder von Bernd Ulrich und sind seine Inspirationen zur Live-Demo vom Seminar Porges und Levine – Zähmen des Tieres, was als Aufnahme bestellt werden kann:

Die Polyvagal-Theorie in Kurzform

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Füße hoch und entspannen…

Im Zentrum der Polyvagal-Theorie steht der Nervus Vagus (VAGAL), der größte unserer zehn Hirnnerven, der vom Gehirn ausgehend in den Körper zieht und lebenswichtige Körperfunktionen regelt, wobei der NERVUS VAGUS den größten Einflussbereich hat und mit seinen zwei Zügeln links und rechts vom Gehirn aus in den Körper hineinstrahlt, besonders ins Herz.

 

Die Polyvagal-Theorie zeigt, welche Möglichkeiten MENSCHEN haben, auf ihr autonomes (VEGETATIVES) Nervensystem einzuwirken, um gesund zu werden oder Gesundheit aufrechtzuerhalten, und wie es an Krankheitsentstehung mitwirkt oder wie das autonome Nervensystem uns andererseits steuert. Es ist Wissen über die alten Gehirnteile, die uns steuerten, als wir noch „tierisch“ unterwegs waren.

Die bedeutenden sozialen Signale kommen von der Augenpartie

Shivani Allgaier

Was macht das Strahlen im Gesicht?

Als meine Kinder klein waren und mit Schnuller durch die Gegend liefen, war ich fasziniert, wie da oft eine Strahlkraft, ein Lachen, eine Freundlichkeit in ihren Augen und in der oberen Gesichtshälfte stand und das, obwohl kein Mund zu sehen war, weil der ja durch den Schnuller verdeckt war; ich dachte doch immer irgendwie, dass der Mund zum Lachen dazugehört. Wohl, weil das Lachen dann aus dem Mund tönte.

Lauschen wir dem Vortrag von Stephen Porges und beobachten die Live-Arbeit von Peter Levine in diesem Seminar, dann wird klar, dass es der Augenmuskel (MUSCULUS ORBICULARIS OCULI) und die obere Gesichtspartie sind, die bei allen Säugetieren Sicherheit, Verbundenheit und Verbindung signalisieren. Etwas, das wir im Leben unbedingt benötigen und von dem unser Leben (gesundes Leben) abhängt. Autisten lächeln zum Beispiel nicht mit dem Augenmuskel, sondern mit dem Kiefermuskel. Dieser steht allerdings entwicklungsbiologisch auch für Kampf, Angriff und Beißen.

Gekauft vom „Herzenssprecher“

Der Augenmuskel hat einen direkten Einfluss auf unsere Herzfrequenz, die Physiologie des Herzens, seine Biochemie, d. h. (so Porges) wir projizieren unser Gesicht in unser Herz und wiederum unser Herz in unser Gesicht und … in unsere Stimme … Ich traf mal in der Toskana einen Maler, der mir seine Bilder zeigte und auf eine Art und Weise mit mir sprach, die mich anrührte. Ich kaufte drei postkartengroße Aquarelle. Nicht nur der Bilder wegen, sondern um mich an die Begegnung zu erinnern, und hinten auf die Aquarelle schrieb ich: „Gekauft vom Herzsprecher“. Bei ihm hat sich oben Beschriebenes wohl sehr gut ausgebildet. Er konnte mit mir mühelos einen für beide Seiten wohlwollenden Kontakt herstellen (und ich bin eher der lonesome Cowboy und von Haus aus erst mal eher misstrauisch). Er liebte, was er tat, und das spürte mein Herz. Es ging nicht mehr nur um die Bilder… Es wurde gegenseitig ein Zustand der Ruhe und des Friedens hergestellt. Das war ein eindrückliches Erlebnis.

Und welche Rolle hat das Herz dabei?

In dem sehr interessanten Buch des Schweizer Herzchirurgen René Prêtre fand ich auf einer Seite die Erklärung, warum das Herz so wichtig ist bei der Gefühlsregulation, bei Empfindung… Bis dato hatte ich Herzlichkeit, herzliche Menschen, jemand hat Herzenswärme, etc. wohl im Leben bei mir und bei anderen erlebt, aber es war mir rational noch nicht ganz klar, was die Rolle des Herzens denn nun eigentlich ist. René Prêtre schreibt, dass im Laufe der Evolution unser primitives Gehirn (Säugetierhirn) unsere Eingeweide mit einem Nervensystem infiltriert/umwickelt hat, dem sogenannten vegetativen Nervensystem. Auf unser Herz hat dieses System den größten Einfluss, da reaktionsschnell, permanent aktiv und sehr sensibel in seinen Empfindungen. Durch diesen alten Mechanismus ist unser Herz zum Resonanzkörper unserer Emotionen geworden. (Aus René Prêtre: „In der Mitte schlägt das Herz.“)

Das Wichtigste wiederhole ich:

Das Herz ist der Resonanzkörper unserer Emotionen, aber nicht nur der unseren, sondern auch jener, die aus der Peripherie auf uns zukommen (indem es sich synchronisiert; siehe der Herzsprecher), und es lässt uns spüren, was ist. Spüren, so Wolf Büntig in seinem Vortrag Spüren, Fühlen, Wahrnehmen , ist etwas anderes, als Gefühle haben. „Beim Fühlen geben wir mit den Sinnen Empfundenem persönliche Bedeutung. Dadurch nehmen wir wahr, was wir fühlen.“ Das war das fehlende Teil auf meiner Suche: der Resonanzkörper. Das Herz ist ein Resonanzkörper. Ich verstand sofort, was gemeint ist, denn … ich bin seit langen Jahren Trommler.

Bernd Ulrich trommeltUnd eine der wichtigsten Botschaften meines Trommellehrers Reinhard Flatischler war, dass ich das, was ich in die Trommel hineingebe, eins zu eins wieder zurückbekomme. Die Trommel ist „nur“ der Resonanzkörper dessen, wes Geistes Kind ich bin. Und ähnlich wie bei der Trommel haben wir beim Herzen die Möglichkeit, Einfluss auf unser Nervensystem zu nehmen, indem wir spüren, was sich da regt. Dieser Einfluss geschieht über Atmung.

Exkurs: „Die Atmung gehört zu den wenigen Vorgängen, die sowohl in unserem somatischen Nervensystem (das wir bewusst beeinflussen können) als auch in unserem autonomen Nervensystem (das wir nicht beeinflussen können und das u. a. den Herzschlag und andere Funktionen autonom regelt) verankert ist. Die Atmung bildet demnach eine Brücke zwischen den beiden Systemen. Indem man die Atmung bewusst verlangsamt, kann man z. B. primäre (Angst)Reaktionen eindämmen oder anderweitig beeinflussen, die sonst dominant sind.“ (Aus Amanda Ripley: „Survive: Katastrophen – wer sie überlebt und warum.“) Ende des Exkurses.

Wie kann ich mein Verhalten ändern?
Eine unserer Hörerinnen fragte mich neulich in einem Brief, wie man VERHALTENS-Muster unterbrechen kann. Begriffen hat sie alles, aber ES (unerwünschtes Verhalten) passiert ihr immer wieder. Ich übe seit 25 Jahren mehr oder weniger regelmäßig Atemmeditation. Es gibt da eine Übung, bei der man versucht, die Konzentration nur beim Atem zu halten. Man zählt die Atemzüge – von eins bis zehn und zurück von zehn bis eins, so lange, bis man merkt, dass man wieder in seinem inneren Kino ist und nicht mehr weiß, ob man bei vier ist oder bei neun war, oder, ja, wo hab‘ ich eigentlich aufgehört zu zählen und auf meinen Atem zu achten, ohne es zu merken? Und dann fange ich wieder bei eins an.

Die Auswirkung dabei ist, dass Reaktionen/Reflexe/Muster, wenn sie dann im täglichen Leben auftauchen, wie in Zeitlupe verlangsamt, in slow motion, auftreten (zumindest empfinde ich dann in der jeweiligen Alltagssituation so) und ich Zeit habe, sie zu stoppen, bevor sie raus sind.

Diese verflixten Muster sind ja immer so schnell…..

Mit fortlaufender Übung merkt die Reaktivitäten und Muster außer mir dann keiner mehr. Nicht, dass sie gänzlich verschwinden, denn, gelernt ist gelernt und man müsste schon, wie Gunther Schmidt zu sagen pflegt, sein Gehirn an der Garderobe abgeben, um sie loszuwerden, aber man hat ein Instrument entwickelt und ist nicht mehr schier hilflos ausgesetzt, wenn aus dem Unbewussten (autonomen Nervensystem) mal wieder etwas alt Eingeprägtes hochschnellt. Man ist zum Meister seiner selbst geworden. Das kann man schon mit Fug und Recht von sich sagen. Ein Meister, der übt. Ein schöner Zustand, kann ich Ihnen sagen. Ein sehr schöner… Also, der musculus orbicularis oculi … zentral in Porges‘ Ausführung und Levines Arbeit. Sie werden sehr viel darüber hören und sehr gute Bilder dazu sehen (Anmerkung: In dem Mitschnitt vom Schweizer Bildungsfestival 2017).

Was ist das heilsame an Beziehung?

Paare, die sich wohlfühlen miteinander und Vertrauen haben zueinander, signalisieren das durch den ORBICULARIS Muskel. Eine weitere wichtige Funktion, um sich sicher fühlen zu können (und das ist essentiell für Heilung und Wachstum), ist, das wir reglos sein können in Gegenwart anderer und uns wohl fühlen ohne Angst. So stellt das autonome Nervensystem Heilung her. Orte und Begegnungen, in denen Regungslosigkeit (Immobilisation) herrscht ohne Angst, führen zu Heilung. Sie waren jedoch auch immer ein Risiko, da wir Fluchttiere waren und sind. Durch angstfreies stilles Verharren im Moment (das deutsche Wort STILLEN ist hier sehr aussagekräftig) stellt die Physiologie des autonomen Nervensystems Unterstützung, Gesundheit und Wiederherstellung/ Regeneration her. Ein ohne Angst ruhender Körper kann heilen, und zwar körperlich und seelisch. Es ist der Schlüssel zur Heilung. Körperfunktionen (genetische Veränderung, Schlaf, Verdauung, Zellwachstum, Atmung etc. werden durch diesen Zustand optimiert – siehe meine Beschreibung der Atemmeditation, die übrigens im stillen Sitzen stattfindet) und wir sind in diesem Zustand in der Lage,

  • Sicherheit, Liebe und Vertrauen in uns zu entwickeln.
  • Sicherheit, Liebe und Vertrauen anderen gegenüber zu entwickeln.
  • Sicherheit, Liebe und Vertrauen uns selber gegenüber entstehen zu lassen. Man kennt sich und traut sich selber und seinen Empfindungen.

Und damit, sehr geehrte Leser, höre ich auf.

Levine und Porges zeigen ihnen ein Meisterstück ihrer Arbeit, und es wird bei Ihnen zu einem Feuerwerk an neuen Ideen und Verknüpfungen ihres vorhandenen Wissens führen.

Ich kann Ihnen die Aufnahmen sehr empfehlen. Sie geben neue Einsichten in die menschliche Psyche und das menschliche Wachstum, bzw., wie es verhindert wird und zu Störungen kommen kann. Prädikat wertvoll! Das Seminar hält Herz und Hirn elastisch bzw., es macht (sehr wichtig) wieder elastisch. Geeignet für alle an menschlichem Wachstum interessierte Menschen.

Ein gutes Wochenende und viele Aha-Momente!

Ihr

Bernd Ulrich

Link zu den Medien des Verlages (klick auf Bild)

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sbf17-setv_levine_285x255 Aufnahme vom 11. Schweizer Bildungsfestival 2017

Links zu Büchern dazu bei Amazon

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Bilder:  Bernd Ulrich, Shivani Vogt (c)

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Heilung von innen bei Histamin-Intoleranz

Bevor Du das liest bitte ich Dich, weislich zu überlegen, ob die Inhalte hier für Dich geeignet sind. Ich schreibe in diesem Artikel sehr persönliche Dinge. Wenn Du einfach neugierig bist und etwas über mich erfahren magst, dann lies nur weiter wenn Du verschwiegen sein kannst und verantwortungsvoll damit umgehen magst. Wenn Du das nicht tust, soll Dich der Blitz beim Scheißen treffen (Verzeihung, das musste sein). Falls Du ein hochsensibles Nervensystem hast könnte es sein, dass Dich die Inhalte aufregen – unruhig machen. Wenn das der Fall ist, dann lies bitte nur weiter, wenn Du Dich genügend selbst beruhigen kannst.

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Veränderungen geschehen schrittweise und hinterlassen Spuren im Gehirn

Transformation in vollem Gang

Im Halbschlaf spüre ich einen wohl bekannten Schmerz. Das Herz scheint mir zu bersten und diese Empfindung zieh die Schultern und die Arme entlang. Der gesamte Torso brennt vor Schmerz, auch hier windet er sich entlang der Gliedmaßen bis hinunter in die Füße. „So alleine, so allein.“, purzeln die Worte in den Kopf. Verstehen ist da, ich schlafe weiter. Immer wieder spüre ich diese Empfindung während der gesamten Nacht im Halbschlaf, schließlich werde ich damit wach – dankbar, dass sich das jetzt alles löst.

Endlich kann sich die emotionale Belastung aus dem Körper lösen

So lange schon war sie im Körper – genauer im Nervensystem – festgehalten. Was ich in der Nacht spüre ist alt – sehr alt. Als Säugling habe ich massive Ungeborgenheits-Situationen erlebt. Meine Mutter wurde von meiner Großmutter regelrecht bekämpft – diese war vollkommen alleine damit. Ihr Nervensystem war im Kriegs-Zustand – und konnte sich deshalb nicht empathisch auf mich einlassen. Die Folge für mich war fatal – das Nervensystem erlebte viel zu wenig Beruhigung und war mit den aggressiven Gefühlen, die ihm aus der Familien-Interaktion entgegenschlugen vollkommen überfordert. Die Folge: mein Nervensystem befand sich praktisch ständig im Ausnahmezustand, in der Schock-Starre. Deshalb war ich so ein liebes Kind, wie mir immer erzählt wird – ich war ständig auf mich alleine gestellt – obwohl die gesamte Familie um mich war. Deshalb war ich sozial so gehemmt – ich fühlte mich in Sozialverbänden einfach unsicher. Deshalb war ich so schüchtern – ich war einfach ständig in der Schockstarre, die sich seit dieser Zeit erst jetzt auflösen kann. Mein familiäres Umfeld war in meiner Kindheit so sehr mit sich beschäftigt, dass sie mich mit ihren Interaktionen mehr belasteten als sie für mich da sein konnten.

Heute entspannt sich alles immer mehr.

Ich erlebe Vertrauen und Sicherheit – das was ein Nervensystem braucht, um aus dem Flucht-Kampf-Modus auszusteigen. Dafür bin ich sehr dankbar. Wenn ich mich an meinen Mann ankuschle, lösen sich oft noch alte Gefühle – der Ekel vor dem Körperkontakt mit meiner Mutter – ich spürte ihre Verzweiflung und dass mir diese absolut nicht gut tat – es war zuviel für mein damaliges kleines Nervensystem. Ich war dem Gefühl ausgeliefert und hatte keine andere Chance, als mich vom Körper abzuspalten. Mein Körper hatte Kraft – aber keinen Zugang dazu. Mein Körper war in eine Schutz-Haltung geraten und ich hatte bis vor einigen Wochen keine Ahnung darüber. Mein gesundheitlicher Zustand machte darauf aufmerksam. Und endlich verstehe ich, was es bedeutet, verstehe ich, was mein Körper mir mit den Unverträglichkeiten sagte. Das gute ist: Ich kann mittlerweile durch mein Verhalten Einfluß nehmen darauf wie es mir geht – und es geht mir von Tag zu Tag immer besser und besser. Vieles Altes löst sich – und ich bin dankbar darüber. Die Verdauung wird immer besser – und die letzte Migräne-Attacke erlebte ich vor drei Monaten.

Und wie kommt diese Veränderung?

Manchmal habe ich Scheu, hier darüber zu schreiben, weil es ja auch Neugierige Menschen gibt, die mein Innerstes genau genommen nichts angeht. Mir ist aber wichtig, dass andere Betroffene von meinen Erfahrungen profitieren können. Was hat mir geholfen? Das habe ich hier schon oft geschrieben: Genau in dieser beschriebenen Abspaltung befand ich mich bis vor einigen Monaten – und genau dieser Zustand führte zu meinen Verdauungs-Problemen und auch zu den ständigen Migräne-Attacken. Was mir nach wie vor hilft sind Sitzungen in BodyTalkSystem. Durch die Sitzungen geht die Dissoziation zurück, geht die Abspaltung zurück – ich komme mehr und mehr im Körper an. Ich habe mehr Selbstvertrauen, mehr Kraft, bin gesünder, die Intuition wird stärker, ich lebe eine glückliche Beziehung und meine Wahrnehmung wird immer klarer.

Anmerkungen zu den Buchtipps:
Worunter ich leide ist ein Entwicklungstrauma. Wenn es Dich interessiert, lies mehr was Laurence Heller und Aline LaPierre dazu schreiben. Wenn Dein Nervensystem eher unruhig ist, kann Dir das Selbsthilfe-Buch von P. Levine weiterhelfen, Dich zu beruhigen. Wenn Dich das Thema Trauma näher interessiert, ist das Buch über Trauma von P. Levine ein wahrer Leckerbissen – auch als Hörbuch zu empfehlen.

Bücher dazu bei Amazon:

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Bild: Shivani Vogt, geb. Allgaier (cc)


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Wie funktioniert mein Nervensystem bei Histamin-Intoleranz?

Seit meinem Psychologie-Studium habe ich viel über das Nervensystem gelernt. Sympathikus, Parasympathikus und das Zusammenspiel mit dem Hormonsystem. Vor allem im Zusammenhang mit Psychosomatik und auch den ganzen Streß-Theorien ist das Wissen um das Nervensystem ganz zentral. Dabei gelten Schlafstörungen als ein erstes Alarmzeichen, das auf die Entwicklung von Psychosomatischen Erkrankungen hinweisen kann. Nur muss ich ganz nüchtern sagen: ganz praktisch hat mir das Wissen darum für das Management meiner eigenen Erkrankung nichts genützt. Zudem bin ich Psychotherapeutin, Hypnosetherapeutin und mit Streß-Management sehr vertraut. Für mich selbst war mein Wissen jedoch bis dahin nicht nützlich gewesen, Einfluß auf die Histamin-Intoleranz zu nehmen.

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Ein zündender Funke löst ein Lächeln aus…

Und plötzlich geht mir ein Licht auf…

Ich weiss nicht mehr, was genau der Anlass war, dass ich mich mit einer ganz neuen Theorie beschäftigt habe. Wahrscheinlich war mein Anliegen, mich fortzubilden um meine Patienten noch besser unterstützen zu können. Von einer Kollegin habe ich von einer neuen Theorie gehört, die sich mit dem Nervensystem beschäftigt – vor allem mit dem Vagus-Nerv. Beim Lesen ist mir ein Licht aufgegangen – wenn es stimmt, was er schreibt, dann bin ich jetzt meinen Migräne-Anfällen nie wieder hilflos ausgeliefert. Diese Erkenntnis kam mir um den Jahreswechsel – uns sie bewahrheitet sich bis heute. Zwar hatte ich seither ein oder zweimal Migräne – aber ich konnte nachvollziehen warum ich sie bekam. Mit der Zeit gelang es mir, die Anfälle zu vermeiden und seit Februar bin ich anfallsfrei. Für mich immer noch ein Wunder und zudem ein großer Segen.

Was hat das nun mit der Theorie zu tun?

Steven Porges ist Psychiater, er beschäftigte sich in der Vergangenheit vor allem mit dem Nervensystem von Kindern. Im Rahmen seiner Arbeit machte er sich eines Tages auf die Suche, um Ungereimtheiten aufzuklären und fand faszinierende Zusammenhänge. Seine Kollegen taten die Entdeckungen zunächst als „altes Zeugs“ ab und wollten nichts davon wissen. Bis er in Kontakt mit Traumatherapeuten kam – die waren begeistert, da er mit seiner Theorie genau das erklären konnte, was die Erfahrung der Therapeuten mit ihren Patienten im Alltag war.

Das Nervensystem kennt nur drei Zustände

„Wenn das auch für mich gilt, dann bin ich jetzt meinen Migräne-Anfällen nie wieder ausgeliefert.“ Porges beschreibt die drei Haupt-Zustände, in denen sich unser Nervensystem befinden kann: das Beziehungs-System, das Kampf-Flucht-System und ein Schock-System. Jedes der Systeme hat unterschiedliche Fähigkeiten, die dem Organismus helfen, auf Anforderungen von aussen angemessen zu reagieren. Ich war mir gar nicht bewusst gewesen, dass ich mich überwiegend im Kampf-Flucht Modus befand und meinen gesamten Organismus ständig an die Leistungs-Grenze brachte. Die Migräne hat einfach nur als Not-Schalter diesen Zustand beendet. Danach ging es mir jeweils wieder richtig gut – besser als je zuvor. Und noch eine Erkenntnis: Ich hatte immer danach gesucht, was mich vergiftete – jetzt bin ich mir sicher: das Gift saß im Kopf!

Eine neue Basis für meine Arbeit

Jetzt habe ich eine ganz neue Basis für meine Arbeit. Ich werde meine gesamte Internet-Präsenz darauf anpassen und ebenso meine gesamte Arbeit. Denn so wie es mir erging ergeht es ja noch viel mehr Menschen. Zentral dafür ist zum einen das Wissen um die drei Zustände, wie man erkennt in welchem man sich befindet uns wie man in den Zustand kommt, in dem man Zugriff hat auf sein volles Potenzial – ausserdem Zeit, Energie und Lebensfreude zur Verfügung hat. Und wer bitte will das nicht? Was so einfach klingt, ist in der Umsetzung ganz schön komplex – und genau das möchte ich gerne ab jetzt in die Welt bringen.

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Bild: Shivani Vogt, geb. Allgaier (cc)


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Histamin-Intoleranz und die Psyche

Mein gesundheitlicher Zustand wird immer stabiler. Lange habe ich die Ursache von meiner Nahrungsmittel-Intoleranz nicht verstanden. Deshalb hatte ich auch nicht wirklich einen Schalter, mit dem ich etwas kontinuierliches verändern konnte. Gerade lese ich ein Buch, bei dem es vor Aha-Effekten nur so wimmelt – ein Wimmelbuch.

Oder doch die Psyche?

Hatte ich vor 4 Jahren noch getitelt, dass die Symptome oft auf die Psyche geschoben werden, lerne ich gerade, dass eine Nahrungsmittel-Intoleranz doch sehr viel damit zu tun haben könnte. Streng genommen geht es gar nicht um die Psyche, sondern um den Körper. Noch strenger genommen geht es um das Nervensystem. Bei der Vorbereitung einer Fortbildung zum Thema Selbstfürsorge habe ich mich in ein Konzept des Nervensystems eingelesen, das mich einfach vom Hocker gehauen hat.

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Ein schöner Platz in der Natur beruhigt das Nervensystem

Und plötzlich kenne ich einen Schalter

Es hat nicht gleich beim ersten Lesen klick gemacht, ich habe die Texte zur Polyvagal-Theorie einige Male durchgelesen, bevor ich den Schlüssel in der Hand hatte, der für mich alles änderte. Mir ging es zwar nach wie vor gut und ich bin seit Wochen symptomfrei – aber schon eine kleine Übertretung der Regeln was ich esse wird mir einen Migräne-Anfall bescheren. Diese Unsicherheit sitzt mir im Nacken wie ein schwarzes Etwas, von dem ich nicht weiss, wann es wieder das nächste Mal zuschlagen wird. Dr. Steven Porges ist Psychiater und verheiratet mit einer Frau, die als Traumatherapeutin ausgebildet ist – in Somatic Experience nach Peter Levine.

Das Nervensystem in eine hierarchische Ordnung gebracht

Bisher ging ich davon aus, dass mein Nervensystem aus dem Parasympathikus und dem Sympathikus besteht. Da hat Porges auch keine anderen Neuigkeiten. Wo er neue Gedanken hineinbringt ist, dass es nicht willkürlich ist wann welcher Teil des Nervensystems anspringt, sondern dass es Sinn macht welcher Teil davon reagiert. Er geht davon aus, dass der Vagus-Anteil dreigliedrig aufgebaut ist – und das sogar entwicklungsgeschichtlich aufeinander aufbauend. Da ist der Teil, der unser soziales Zusammenleben regelt – dieser ist verantwortlich für die Fähigkeit von Empathie und Empfinden von Nähe, stellt also die Grundlage für unsere sozialen Fähigkeiten dar. Sobald uns Sicherheit verloren geht, schält unser Vagus auf eine entwicklungsgeschichtlich ältere Struktur um und geht entweder in Kampf- oder in Fluchthaltung. Wenn die Bedrohung noch stärker wird und wir uns in Lebensgefahr befinden, schält der Körper um in einen Schock-Modus und friert seine Energie ein. Diese Funktionen des Nervensystems ist die Grundlage von Somatic Experience und Steven Porges hat diese den Funktionen der Nervenleitungen zugeordnet.

Und was ist jetzt der Schalter?

Mir ist einfach klar geworden, dass mein Nervensystem nur diese drei Modi kennt – mehr gibt es nicht. Wenn ich im Kampf-Modus bin und mit meinem Partner streite, dann kann ich über eine klare Entscheidung da aussteigen und wieder in den Nähe-Modus gelangen. Wie? Dadurch, dass ich für Sicherheit sorge. In meiner Fortbildung ging es um Achtsamkeit. Darüber lässt sich das Nervensystem beruhigen – was übrigens auch durch soziale Interaktion möglich ist oder durch Spaziergänge in der Natur. Vielleicht war es anderen auch so klar – durch die Beruhigung des Nervensystems kann die Symptomlastk einer Nahrungsmittel-Intoleranz reduziert werden. Seit ich das verstanden habe, hatte ich nie wieder diese schwarze Wolke in meinem Nacken, von der ich nicht weiss wann sie das nächste Mal zuschlagen würde.

Was bringt aber mein Nervensystem in Aufruhr?

Die Polyvagal-Theorie war nur der Anfang – ich habe noch mehr entdeckt. Aufbauend auf dieser Theorie haben zwei andere Therapeuten ein Modell entwickelt, auf dem sie erklären können warum das Nervensystem von Menschen, die keine so einfache Kindheit hatten, anders reagiert als von Menschen, die mit einer gewissen Sicherheit in dieses Leben geplumpst sind. Sobald ein Säugling existenziellen Themen ausgesetzt ist und nicht durch das Umfeld beruhigt wird, findet Überforderung statt. Diese wiederum hat Konsequenzen für das Erleben. Und hier kommt dann wieder die Psyche ins Spiel. Das Buch liest sich für mich wie ein Krimi – und ich kann es Menschen, die an einer Nahrungsmittel-Intoleranz leiden wirklich sehr ans Herz legen. Ich empfehle es sogar jedem, der an einer chronischen Krankheit leidet. Das Buch enthält auch Lösungsstrategien, der Titel ist „Entwicklungstrauma heilen“.

Was hat sich für mich dadurch verändert?

Jahrelange Gewohnheiten lassen sich nicht so schnell verändern. Heute nacht hatte ich mal wieder Schlafstörungen, ich bin nach Wochen guten Schlafes mal wieder um halb drei aufgewacht und lag lange wach. Ich habe verstanden warum das so war – weil ich vor dem Einschlafen zu lange mental aktiv war – ich habe zu lange gelesen und mir vorgenommen, vor dem Schlafengehen wieder dafür zu sorgen, dass sich mein Körper beruhigen kann. Hilfreich ist für mich auch, dass mein Partner mit mir an einem Strang zieht – unsere Kämpfe haben aufgehört. „Wir kriegen das schon hin.“ hat sich verändert in „wir lieben das schon hin.“, er unterstützt mich anstatt mir unnötig Druck zu machen. Was mir weiter hilft ist, dass ich immer wieder nachspüre in welchem Modus ich gerade bin. Wenn ich mal wieder dissoziiert bin hilft mir Achtsamkeit wieder präsent zu sein. Gerate ich in den Kampf- oder Fluchtmodus, frage ich mich was mir Sicherheit gibt, damit ich wieder mit mir und meinen Bedürfnissen verbunden bin. Ich bin nicht mehr ausgeliefert, sondern kann mein Befinden steuern. Täglich besser – und das gibt enorm viel Selbstvertrauen und die Lebensfreude wird auch immer mehr.

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Bild: Shivani Allgaier (cc)